Lenovo und Fujitsu bilden PC-Joint-Venture

Um im hart umkämpften PC-Markt weiter mithalten zu können, bündeln Fujitsu und Lenovo ihre Kräfte. Fujitsus PC-Geschäft wird in ein Joint Venture umgewandelt, an dem Lenovo eine knappe Mehrheit halten wird. Der Markenname Fujitsu bleibt erhalten und auch das Fujitsu-Werk in Augsburg soll weiter betrieben werden.

Fujitsu und Lenovo haben sich nach langen Verhandlungen über die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens geeinigt. Dritter im Bunde ist eine japanische Bank. Die Fujitsu Limited, die Lenovo Group Limited und die Development Bank ofJapan Inc. (DBJ) werden ein Joint Venture gründen, dessen Schwerpunkt auf der Forschung und Entwicklung, dem Design, der Herstellung und dem Vertrieb von Client-Geräten (Client Computing Devices (CCD)) für den weltweiten PC-Markt liegt.

Ziel des Zusammenschlusses ist es laut Fujitsu-Mitteilung, »die Kapazitäten von Fujitsu in Bezug auf den weltweiten Vertrieb, den Kundendienst, Forschung und Entwicklung, hochautomatisierte und effiziente Fertigung und Systemintegration, die den Kundenanforderungen gerecht wird, zu verbessern«. Außerdem soll Fujitsu von den hochoptimierten Betriebsabläufen, der starken Beschaffungs- und Lieferkette sowie von der weltweiten Geschäftsentwicklung von Lenovo profitieren.

Konkret wird Fujitsu eine knappe Mehrheit von 51 Prozent seiner im vergangenen Jahr ausgegliederten PC-Gesellschaft Fujitsu Client Computing Limited an Lenovo und fünf Prozent der Anteile an die DBJ verkaufen. Das gemeinsame Unternehmen wird nach Abschluss der Transaktion auch weiter unter dem Namen Fujitsu Client Computing Limited (FCCL) firmieren.

PC-Marke Fujitsu besteht weiter

Wie das Unternehmen mitteilt, werden die Produkte auch in Zukunft unter dem Markennamen Fujitsu vertrieben und verkauft. Das Joint Venture betrifft ausschließlich die Client-Geräte von Fujitsu, also Notebooks, Desktop-PCs und damit zusammenhängende Peripheriegeräte. Das Angebot und die Verfügbarkeit an Client-Geräten (CCD) soll unverändert bleiben. Der Hersteller betont außerdem, dass auch das bisherige Vertriebsmodell von Fujitsu, das sich sowohl an Wiederverkäufer als auch an Vertriebshändler richtet, künftig für das Portfolio von Fujitsu das Hauptvertriebsmodell bleiben wird. »Fujitsu wird die Geschäftskunden weltweit auch weiterhin direkt oder indirekt über ihre geschätzten Vertriebspartner bedienen und ihnen auch die entsprechenden After-Sales-Dienste und den dazugehörigen Support zur Verfügung stellen«, betont Fujitsu-Firmensprecher Michael Erhard.

Er gibt außerdem ein Bekenntnis zum Erhalt des deutschen Produktionsstandortes in Augsburg ab: »Wir werden weiterhin die Vorteile einer Planung und Fertigung in Deutschland bieten und dadurch noch besseren Nutzen aus unseren Kapazitäten in Forschung und Entwicklung und unseren modernen Fertigungsmöglichkeiten in Augsburg ziehen können. Fujitsu wird auch weiterhin Eigentümerin der Produktionsstätte in Augsburg bleiben, da sie außer CCD-Produkten auch noch andere Produkte herstellt. Und FCCL wird die CCD-Herstellung in diese Produktionsstätte auslagern.«
Die Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, soll im ersten Quartal des Fiskaljahres 2018 abgeschlossen werden.

Quelle: CRN 09. November 2017