Microsoft: Bei 40 Produkten läuft der erweiterte Support aus

In diesem Jahr läuft der erweiterte Support für über 40 Microsoft-Produkte aus. Während beispielsweise der Exchange Server 2007 und Windows Vista schon seit 11. April nicht mehr gepflegt werden, folgen im Sommer und Herbst weitere Anwendungen wie Windows 7, Windows 8.1 sowie die Office 2007-Familie.

Das Jahr 2017 bringt das Support-Ende für eine ganze Reihe von Microsoft-Produkten. Insgesamt endet in diesem Jahr der Mainstream-Support für mehr als 40 Produkte, weitere 10 Anwendungen werden auf den Extended Support umgestellt. Office 2007 und der Exchange Server 2007 werden noch von vielen Unternehmen und Privatanwendern genutzt, andere wie Windows Vista sind sowieso nur noch Randerscheinungen. Zudem gibt es einige Sonderfälle wie Windows 7 und Windows 8.1, die sich zwar noch einige Jahre im gültigen Support-Zeitfenster befinden, aber dennoch ab diesem Jahr mit einigen Einschränkungen versehen werden. Eine Weiternutzung über den Support-Zeitraum hinaus kann erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich bringen.
Im Normalfall gewährt Microsoft auf seine Programme ab dem Erscheinungsdatum jeweils fünf Jahre „Mainstream Support“ inklusive funktionaler Updates und Service-Packs, plus weitere fünf Jahre „Extended Support“, mit dem nur noch wichtige Sicherheitslücken geschlossen und schwerwiegende Bugs beseitigt werden. Nicht sicherheitsrelevante Updates sowie der Support stehen in der zweiten Hälfte des Support-Zeitraums nur noch kostenpflichtig zur Verfügung. Wünsche für Änderungen und neue Features nimmt Microsoft dann nicht mehr entgegen. Diese Zeiträume sind aber nicht garantiert und können in Einzelfällen auch verlängert oder verkürzt werden. Dabei spielen zudem auch die installierten Service-Packs (SP) eine wichtige Rolle. Während das beliebte Windows XP mit dem SP3 sehr viel länger als ursprünglich geplant unterstützt wurde, war für Windows 8 schon früher Schluss, wenn nicht auf die offiziell als SP geltende Version 8.1 upgedatet wurde. Bei wichtigen Programmen für die Infrastruktur wie Windows- und SQL-Server können seit der Version Windows Server 2008 R2 zudem sechs zusätzliche Jahre über die „Premium Assurance“ erworben werden.
Für Anwendungen wie Office und Exchange gibt es diese Möglichkeit jedoch nicht.

Bereits im Januar dieses Jahres war Schluss für einige Produkte. Der Microsoft SQL Server 2012 mit dem veralteten SP2 wird seither nicht mehr unterstützt und muss daher zumindest auf das SP3 upgedatet werden, wenn er weiterhin sicher genutzt werden soll.
Schon deutlich länger ist die Liste der am 11. April aus dem Extended Support gefallenen Microsoft-Produkte. Besonders das Ablaufen des Exchange Server 2007 dürfte hier einigen Unternehmen Probleme bereiten, die ihn noch immer einsetzen. Als mögliche Alternativen stehen ihnen die Standalone-Versionen der Exchange Server von 2010, 2013 und 2016 sowie der Umstieg auf ein SaaS-Modell aus der Cloud zur Verfügung. Microsoft empfiehlt Unternehmen im Sinne eines möglichst zukunftssicheren Supports die beiden letztgenannten Möglichkeiten, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass ein direktes Upgrade von der Version 2007 auf 2016 nicht möglich ist. Windows Vista SP2 samt dem Internet Explorer 9 ist seither ebenfalls aus der Pflege.

Der nächste Stichtag ist der 11. Juli 2017. Neben dem Auslauf einiger weniger häufig eingesetzten Programmpakete kommen zwei erhebliche Einschränkungen für die eigentlich noch im Support-Zeitraum befindlichen Betriebssysteme Windows 7 und 8.1 hinzu. Hier wird Microsoft im Sommer die Unterstützung für neuere Hardware auf ein absolutes Minimum zurückfahren. Das betrifft aufgrund der deutlich höheren Verbreitung vor allem die noch immer zahlreichen Windows 7-Nutzer. Obwohl der Extended Support dafür planmäßig bis Januar 2020 läuft, wird es für Systeme mit Intels sechster Core i CPU-Generation „Skylake“ dann nur noch Updates für besonders schwere Sicherheitslücken geben – und auch nur dann, wenn dadurch nicht die Stabilität des Betriebssystems gefährdet wird. Ob ein Notebook oder PC davon betroffen ist, lässt sich relativ einfach an der Ziffer „6“ am Anfang der vierstelligen Prozessornummer, wie beispielsweise beim Intel Core i7-6700, erkennen. Außerdem gehören zur Skylake-Familie auch einige Pentium-Prozessoren wie der G4400 (T), G4500 (T) und G4520.
Intels neue „Kaby Lake“ Prozessoren werden überhaupt nicht berücksichtigt. Das Gleiche gilt auch für AMDs Bristol Ridge- sowie Qualcomms 8996-Prozessoren. Damit erhöht Microsoft den Druck für die Business- und Unternehmenskunden, auf Windows 10 zu wechseln. Aktuell ist Windows 7 noch immer das am häufigsten genutzte Microsoft-Betriebssystem, mit einer fast doppelt so hohen Verbreitung wie Windows 10. Offiziell begründet Microsoft den Schritt jedoch damit, dass man Windows 7 und 8 für ältere Hardware entwickelt habe und neuere Komponenten deshalb künstlich auf dieses Niveau herunterschrauben müsse, um die Kompatibilität weiterhin gewährleisten zu können. Dies sei zudem mit einem erheblichen Entwicklungsaufwand verbunden, den man aber lieber in die Integration neuer Technologien in Windows 10 investieren will.

Der letzte Stichtag dieses Jahr für Microsoft-Produkte ist am 10. Oktober. Hier wäre vor allem die Office 2007-Familie mit der kompletten Office-Suite und auch den Office Servern zu nennen.
Aber auch die Zeit der Microsoft SQL Server 2014 mit dem veralteten Service Pack 1 läuft im Herbst ab.

Auszüge aus CRN 15 / 13. April 2017